Der positive Einfluss von Design: Je früher, desto besser

Der positive Einfluss von Design: Je früher, desto besser

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Updated:
19.3.25
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Der positive Einfluss von Design: Je früher, desto besser

Als Designprofis finden wir uns oft in einer Situation wieder, in der eine Geschäftsidee, eine Projektidee oder ein Produktkonzept bereits feststeht und im schlimmsten Fall die Entwicklung bereits begonnen hat. Das große Problem ist, dass die strategische Vorarbeit wie Positionierung, Ideation, Benchmark-Analyse, etc. fehlt, die Nutzer:innenforschung vernachlässigt wurde und somit das nutzer:innenzentrierte Konzept fehlt - von der visuellen Gestaltung ganz zu schweigen. In manchen Fällen liegen zwar bereits Marktakzeptanzstudien vor, aber aufgrund der fehlenden strategischen Vorarbeit ist die Verbindung zu zielgerichteten Release-Planungen oder messbaren Zielen nicht gegeben. Häufig gibt es auch keinen klaren Prozess, wie mit neuen Feature-Ideen umzugehen ist. Dies kann dazu führen, dass viele Stakeholder:innen unterschiedliche Wege gehen, ohne dass ein einheitliches Endziel in Sicht ist. Mit all dem ist der Erfolg fast schon ein Glücksspiel.

Konsequenzen

Was bedeutet das für uns? Wenn wir uns als Designer:innen zu spät in den Prozess einschalten, hat das leider weitreichende Folgen, die sich meist auf die Qualität unserer Arbeit auswirken:

  • Wir müssen wertvolle Vorarbeiten vernachlässigen: Aus Zeitgründen werden wichtige Schritte wie Nutzer:innenforschung, Best-Practice-Analyse, Benchmarking, Konkurrenzanalyse und Stakeholder:innen-Abgleich vernachlässigt. Diese Schritte sind jedoch unerlässlich, um ein tiefes Verständnis für das Produkt und seine Zielgruppe zu entwickeln. Sie tragen auch dazu bei, dass das Design auf die Bedürfnisse der Nutzer:innen ausgerichtet ist.
  • In der Konzeptphase stehen wir unter Zeitdruck: User Story Maps, User Flows und Wireframes müssen schnell erstellt werden, um die Entwicklung nicht unnötig zu verzögern. Das lässt oft keinen Raum für neue und innovative Ideen. Darunter leidet der Detaillierungsgrad und unser Anspruch, ein ganzheitliches Konzept zu erstellen.
  • Wir erstellen grundlegende Designs unter Zeitdruck: Keyscreens, Designsysteme und visuelle Prototypen müssen schnell entwickelt werden, um die Entwicklung nicht zu verlangsamen. Dies kann jedoch zu einem Mangel an Sorgfalt und Liebe zum Detail führen, was wiederum das spätere Nutzer:innenerlebnis beeinträchtigen kann. Außerdem erhöht sich dadurch das Risiko von Inkonsistenzen, da die Zeit nicht so genutzt wird, wie es sein sollte.
  • Es wird notwendig, bereits entwickelte Elemente neu zu erstellen: Da wir als Designer:innen nicht von Anfang an beteiligt waren, begann die Entwicklung mit Entwürfen, die nicht den Bedürfnissen der Benutzer:innen entsprechen. Das bedeutet oft, dass Komponenten angepasst oder im schlimmsten Fall neu entwickelt werden müssen. Das kann das Projekt erheblich verzögern und die Kosten in die Höhe treiben (von der Frustration aller Beteiligten ganz zu schweigen).
  • Wir unterbrechen die Entwicklung durch die Einführung von Prozessen: Oft müssen Entwicklungsprozesse angepasst werden, um Platz für strategische, konzeptionelle und gestalterische Arbeiten zu schaffen. Wenn dies mitten in der Entwicklung geschieht, führt dies in der Regel zu Inkonsistenzen und Verzögerungen.

Insgesamt ist es von entscheidender Bedeutung, Designer:innen von Anfang an in den Prozess einzubeziehen, um sicherzustellen, dass das entstehende Produkt auf die Bedürfnisse der Nutzer:innen abgestimmt ist und dass wichtige Schritte wie die Nutzer:innenforschung und die Abstimmung mit den Interessengruppen nicht vernachlässigt werden. Die frühzeitige Einbindung von Designerinnen kann auch dafür sorgen, dass Zeitdruck und die Notwendigkeit eines Redesigns während der Entwicklung vermieden werden können. Das spart Zeit und Geld.

Unser Appell

Bezieht das Design von Anfang an mit ein - je früher, desto besser! Dadurch wird sichergestellt, dass die notwendigen strategischen und konzeptionellen Schritte unternommen werden, um in den Köpfen aller Beteiligten das gleiche Zielbild zu erzeugen. Es stellt sicher, dass das Produkt den tatsächlichen Bedürfnissen der Nutzer:innen entspricht und dass die Designstandards eingehalten werden können (die übrigens über das bloße Aussehen hinausgehen). Design hat die Macht, ein Produkt zu schaffen, das die Nutzer:innen brauchen und lieben und das einen Mehrwert für die Gesellschaft darstellt.