Laptops zu, Leinwand an. Manchmal braucht es nur einen kleinen Cut, um den Blick wieder für das Wesentliche zu schärfen. Mal wieder haben wir unser HelloDigital Büro in einen Raum für genau den ehrlichen Austausch verwandelt, für den im Alltag oft schlicht die Zeit fehlt.
Diesmal am Mikrofon: Maritza Bonano, Co-Gründerin von ChangePath und erfahrene Produktexpertin, die in den letzten 13 Jahren die Produkt- und Teamentwicklung bei Schwergewichten wie Meta, N26, Axel Springer und der Deutschen Telekom geprägt hat. Sie brachte eine Beobachtung mit, die aktuell die gesamte Tech-Welt umtreibt: Die Werkzeuge der Künstlichen Intelligenz verändern sich wöchentlich. Dabei findet der eigentliche Umbruch nicht im Code statt, sondern in der Art und Weise, wie wir Entscheidungen treffen, wen wir einstellen und welche Fähigkeiten ein Tech-Team heute überhaupt noch braucht, um erfolgreich zu sein.
Maritzas schärfste These des Abends traf den Kern moderner Produktentwicklung. Durch KI brechen unsere gewohnten Workflows auf. Früher gab es starre Phasen – erst die lange Research-Phase, dann die Konzeption, dann der Bau. Heute stehen wir vor der strategischen Frage, ob Teams überhaupt noch im klassischen Sinne vorab forschen sollten oder ob es nicht besser ist, blitzschnell Prototypen zu bauen und diese direkt am Markt zu testen. Besonders radikal verändert sich dabei die Rolle des Designs. Wenn Oberflächen immer schneller auf Knopfdruck entstehen, werden gut gepflegte Design-Systeme wichtiger als je zuvor. Sie sind das Fundament, das verhindert, dass das Produkt im Eiltempo visuell und funktional auseinanderfällt. Die Frage ist also nicht mehr, wie schnell wir ein Interface zeichnen können, sondern wie wir auf diesem neuen Tempo das Qualitätsniveau sichern.
Wo es trotz aller Tools wirklich hakt
Die Erzählung der Software-Anbieter ist immer die gleiche: Alles wird schneller, alles wird einfacher. Doch Maritza legte den Finger in die Wunde und zeigte die realen Reibungspunkte auf, die Teams nach wie vor ausbremsen. Denn die wahren Hürden sind zutiefst menschlich:
- Mangelndes Alignment (Ziehen alle an einem Strang?)
- Schwierigkeiten bei der Priorisierung (Was bringt wirklich Wert?)
- Holprige Übergaben (Handoffs) zwischen den Disziplinen.
Ihr Credo des Abends lautet, dass man das gute, fundierte „Product Thinking“ nicht opfern darf, nur um schneller Produkte auf den Markt zu werfen. KI kann uns die Umsetzung abnehmen, aber nicht das strategische Denken.
Praktische Impulse statt grauer Theorie
Bei HelloDigital glauben wir fest daran, dass sich ein gutes Meet-up dadurch auszeichnet, dass man am nächsten Morgen direkt etwas verändern kann. Maritza hat genau das geliefert und konkrete, direkt anwendbare Ideen für Product Manager, Designer, Agenturen und Business-Stakeholder geteilt. Wir kratzen hier bewusst nur an der Oberfläche. Maritzas konkrete Beispiele, ihre Erfahrungen aus der Berliner Startup-Szene und von Tech-Giganten wie Meta wirken einfach am besten, wenn man sie sich selbst im Video anschaut.
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